17 June 2008 Tuesday

Wollen Sie auch kein iPhone ?

Hallo,

in vielen Blogs und Foren entleert sich derzeit der Zorn auf IBM/Lotus über die fehlende Unterstützung für das iPhone 2.0 in Lotus Notes. Und wieder (wie schon in den vergangenen Jahren vor Notes 8) ist das Ende des Abendlandes zu erwarten, hört man sich die Protagonisten an. Da wird orakelt, welches SDK nun welche features hätte, woher IBM die Traveller-Technologie hat und warum diese (natürlich) nicht auf dem iPhone laufen könne.

Und natürlich migrieren jetzt scharenweise amerikanische Unternehmen auf Exchange, weil das ja das iPhone so toll unterstützt. Vor einem halben Jahr haben die gleichen Personen über "Vendor Lock-In" und über die "dunkle Seite der IT-Industrie" schwadroniert. Heute hat sich dies geändert. Wegen eines Telefons. Hallo ?! Ich bin froh, wenn meins mal nicht klingelt, egal ob iBerry oder BlackPhone.

Womit für mich wieder einmal bewiesen ist, dass Apple das Thema Marketing wie keine zweite Firma beherrscht. Während sich IBM und Microsoft in den letzten Jahren beim vermarkten ihrer Produkte anstellen wie Mario Gomez allein vor dem Tor schaffen die Kollegen aus Cupertino mit einem Me-Too-Produkt einen Hype in der gebeutelten IT-Industrie, der seinesgleichen sucht. Wohl gemerkt - dieses mal NICHT mit Innovationen sondern nur mit dem nachziehen von Funktionen die bei NOKIA & Co. längst Standard sind.

Woran liegt das ? Ich behaupte, dass dies an unserer Industrie liegt - eine selbsterfüllende Prophezeihung. Es braucht händeringend einen Trend, um einem CIO erklären zu können, warum die IT eigentlich da ist und Geld kostet. Und wie üblich werden da alle möglichen Säue durch's Dorf getrieben - eine SAP-Einführung wird immer gerne genommen, beschäftigt die IT für Jahre und ist immer eine gute Entscheidung, machmal leider nur etwas teuer. Da braucht man auch mal was kleineres. Ein Wechsel des Mailsystems ist auch einfach zu machen (aufgrund der Commodity-Funktionen auf niedrigstem Niveau die Outlook Express und Googlemail den Anwendern antrainiert haben) und man kann dann "Innovationsfähigkeit" beweisen. Man schneidet alte Zöpfe ab. Man ist agil. Und das alles wegen eines Telefons.

Ich sage nicht, dass das iPhone 3G kein Erfolg wird - im Gegenteil. Wir (die IT-Consultants) werden das schon zum Erfolg schreiben/schreien. Auch wenn wir uns aufgrund der so ähnlichen und ähnlich in sich geschlossenen Geschäftspraktiken von Apple und MS den Ast absägen auf dem wir sitzen. Der heißt nämlich nicht iPhone sondern Vielfalt, Heterogenität und Auswahl - für beides stehen weder Apple noch MS aus meiner Sicht. Vielleicht sollten wir uns mehr um Android kümmern als um das iPhone ?

Ideen dazu ?

Gruß,

Heiko.
Heiko Voigt   |   17 June 2008 10:28:17   |     |  
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