10 January 2008 Thursday

Wenn der Steuerberater verzweifelt

Hallo,

gerade erhielt ich ein Schreiben meines Steuerberaters - wir sind derzeit bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2007 und verschiedener anderer Dinge und dabei wird der ganze Frust der Spezialisten über das deutsche Steuersystem deutlich. Normalerweise verkneife ich es mir, hier über die Zustände in unserer Bananenrepublik zu schreiben, die Beispiele sind aber einfach zu plakativ, um sie zu ignorieren, daher:

[....Welche Auswüchse bei so einer Politik entstehen, zeigt das Umsatzsteuergesetz. Dort gibt es neben dem normalen Steuersatz von 19% den ermäßigten Satz von 7% für bestimmte Waren und Güter. Die Liste der Umsätze, die dem ermäßigten Steuersatz unterliegen, ist in vielen Fällen dem Bürger nicht mehr vermittelbar.

Warum werden Kreuzungen zwischen Eselhengst und Pferdestute mit 7% besteuert, Kreuzungen zwischen Hausesel und allen anderen Eseln aber mit 19% ? Wieso ist Trinkwasser steuerbegünstigt, Abwasser aber nicht ? Wer kann sagen, warum Krabben und Shrimps ein steuerbegünstigtes Lebensmittel sind, Hummer und Langusten aber nicht ? Auch bei heimischen Küchenkräutern ist die Lage verzwickt: Basilikum in Aufmachungen für den Küchengebrauch 7%, Petersilie: 19%.

Der neueste Streich des Gesetzgebers ist der ermäßigte Steuersatz für Drahtseilbahnen und sonstige mechanische Aufstiegshilfen aller Art. Liftbetreiber und Skifahrer dürfen sich freuen. ...]

Tja. Was bleibt da noch zu sagen ? Wieso sind Kinderwindeln mit 19% zu versteuern und Katzenstreu mit 7% ? Aber der Aufschwung ist ja (ganz ?) unten angekommen... .
Heiko Voigt   |   10 January 2008 12:02:16   |     |  
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